Fassade Galeria Kaufhof, Oldenburg 2011 Fassadenneugestaltung / Entwurf und Ausführung: LPH 2 - 9 / Bauherr: METRO Group Asset Management GmbH & Co. KG / Planungs- & Bauzeit: 2009 - 2011 / Fotograf: Olaf Mahlstedt
Die berühmte Wabenfassade von Egon Eiermann als eines der bekanntesten Beispiele für Corporate Identity-Architektur, ist seit den 1960er Jahren Markenzeichen für Kaufhof und bestimmt immer noch viele deutsche Innenstädte. Neben den systemimmanenten Problemen der Verschmutzung und des Taubenbefalls hat ein unumkehrbarer Prozess begonnen: die Keramikwaben lösen sich auf und drohen herunter zu fallen. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2009 das Büro Angelis & Partner vom Metrokonzern aufgefordert, am Beispiel Oldenburg Konzepte für eine neue Vorhangfassade für Galeria Kaufhof zu entwickeln. Dabei sollte lediglich die gestaltgebende Haut erneuert werden, die thermische Hülle mit ihrer Lochfassade war genauso wenig Gegenstand des Auftrages wie das Innere des Kaufhauses. Die Architekten entwarfen eine neue Haut, die dem berühmten Vorgänger in Bezug auf Grundgliederung, Abstraktion und Flächigkeit und damit auch hoher Symbolkraft der Fassade folgt. Die neue Hülle besteht zum Marktplatz von Oldenburg aus großflächigen horizontal gehaltenen transluzenten vertikalen Glasfeldern in variierenden Breiten von 30, 60 und 90 cm und einer Elementhöhe von 275 cm. Auf der Rückseite wurden anstelle der Glasfelder gekantete weiße Lochblechfelder verwendet. So entsteht in beiden Fällen eine weiß schimmernde Haut, die sich in ihrer Abstraktion und Materialität eindeutig zeitgenössisch und modern präsentiert, jedoch in großer Zurückhaltung einen Dialog mit der klassizistischen Umgebung eingeht.